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Schwangerschaft: Parodontose als Frühgeburtsrisiko
 
Entzündliche Zahnerkrankungen scheinen bei Schwangeren das Risiko für eine Frühgeburt zu erhöhen, wie Forscher der Universität von Pennsylvania in Philadelphia entdeckt haben.

 
Ganz  neu ist die Erkenntnis nicht: Bereits frühere Studien hatten nämlich gezeigt, dass eine Paradontose das Frühgeburtsrisiko deutlich erhöht.

 

Entzündungen der Zahnhälse können leicht zu einem Streuherd für Bakterien werden. Diese Erreger können bei einer Schwangeren über die Blutbahn die Plazenta erreichen. Das weiss man, weil in der intakten Fruchtblase von Schwangeren mit vorzeitigen Wehen nicht selten genetisches Material von Krankheitserregern nachgewiesen wird.

 

Forscher der Universität von Pennsylvania in Philadelphia wollten es genau wissen und untersuchten 322 Schwangere mit diagnostizierter Parodontose teil. Bei allen Teilnehmerinnen war das Risiko für eine Frühgeburt sehr hoch eingeschätzt worden.

 

Erfolgreiche Behandlung der Paradontose senkt das Risiko

Die Hälfte der Frauen liessen die Parodontose behandeln (Entfernung der Beläge, Reinigung der Wurzeloberfläche). Es zeigte sich, dass die Behandlung allein keinen grossen Einfluss auf das Frühgeburtsrisiko hatte. Und: Bei zwei Drittel der Frauen war die Paradontose-Behandlung erfolglos, das heisst die Entzündungen traten innerhalb von 20 Wochen nach der Behandlung erneut auf. Aber: Von den 49 Frauen, bei denen die Parodontose-Behandlung  erfolgreich war, erlitten nur 8% (4 Frauen)  eine Frühgeburt. Bei den Frauen mit erfolgloser Parodontose-Behandlung waren es 62% (69 von 111) welche eine Frühgeburt erlitten.

 

Das sei doch eine starke Risikoreduktion, so die Forscher und erwarten entsprechend noch umfangreichere Studien zu diesem Thema. Denn: Sie seien überzeugt, dass die erfolgreiche Behandlung einer Parodontose bei Schwangeren, das Frühgeburtsrisiko deutlich senke.  Ein Versuch sei die Behandlung jedenfalls definitiv wert.


BJOG (2010)

23.09.2010 - dzu


 
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