Mythos 1: Zahnhygiene betrifft nur den Mund
Falsch: Wenn Zähne krank sind, kann der ganze Körper und auch die geistige oder seelische Verfassung leiden. Bei Kindern mit Zahnschmerzen wegen Karies – eines der häufigsten Kinderleiden überhaupt – leidet die Konzentration beträchtlich. Und: Die Umstellung auf leicht kaubare Nahrung geht oft mit einer Verschlechterung der Ernährung einher. Das kann die Hirnentwicklung beeinträchtigen und oft steigt damit das Körpergewicht. Ein Mangel an Mineralstoffen in der Schwangerschaft steigert das spätere Kariesrisiko des Babys.
Mythos 2: Mehr Zucker bedeutet mehr Karies
Falsch: Nicht die Zuckermenge ist entscheidend für die Entwicklung von Karies, sondern die Zeitdauer, in welcher der Zucker auf den Zähnen bleibt. Sich langsam auflösende Süssigkeiten – zum Beispiel Bonbons lutschen oder ständiges Nuckeln an Softdrinks - erhöhen die Zeitdauer des Verbleibens von Zucker auf den Zähnen; damit sind die Zähne länger den Säuren ausgesetzt, welche die Bildung von Mundbakterien begünstigen. Deshalb: Nach Süssigkeiten (auch nach Kuchen, Schokolade, Eis etc.) bald möglichst die Zähne putzen.
Mythos 3: Karies an den Milchzähnen ist harmlos
Die weitverbreitete Meinung, dass Zahnfäule bei Milchzähnen kein Problem darstellt – da diese sowieso ausfallen – ist falsch. Karies schädigt die Entwicklung der verbleibenden Zähne; insbesondere die Zahnkronen sind betroffen. Ausserdem kann der frühe Verlust eines Milchzahns wegen Zahnfäulnis dazu führen, dass der nachrückende Zahn schlecht positioniert ist und es deshalb später zahnärztliche Korrekturen braucht.
Mythos 4: Osteoporose trifft vor allem Rücken und Hüfte
Falsch: Osteoporose kann die Gesichtsknochen ebenso angreifen, was das Ende der eigenen Zähne bedeutet. Fehlendes Kalzium und Vitamin D und K machen sich auch in den Kieferknochen bemerkbar. Deshalb ist eine ausgewogene Ernährung (viel Gemüse und Früchte) für die Gesunderhaltung der Kieferknochen, des Zahnfleischs, der Zähne sowie der Mundhöhle unabdingbar.
Mythos 5: Dank dritter Zähne verbesserte Ernährung
Falsch: Ein künstliches Gebiss, das schlecht passt und schmerzt, wirkt sich ähnlich auf die Ernährung aus wie Schmerzen durch Karies an den eigenen Zähnen. Das ist der Grund, weshalb ältere Menschen mit schlecht sitzendem Gebiss häufig auf ungesundere Nahrung (zum Beispiel häufiger breiige Nahrung oder Süssgebäck) umstellen, die weniger gekaut werden müssen. Aber: Dritte Zähne müssen genau so gut sitzen und eine gesunde Ernährung sowie genügend Flüssigkeit ist auch im Alter wichtig.
Mythos 6: Karies betrifft nur Kinder
Falsch: Auch wenn sich die Zuckerschleckerei im Erwachsenenalter etwas verliert, ist nur 1% der Erwachsenen kariesfrei. Durch den Zahnfleischrückgang ist beim Erwachsenen die Wurzelkaries häufig. Auch fehlender Speichel, der den Mund reinigt, erhöht die Kariesgefahr. Krankheiten wie Diabetes oder Medikamente wie zum Beispiel Antidepressiva, harntreibende Mittel, Antiallergie-Medikamente sowie Beruhigungsmittel trocknen den Mund aus und durch den Mangel an Speichel steigt die Kariesgefahr. Viel Trinken hilft, den Mund zu reinigen und feucht zu halten.
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